Die drei Schichten (Layer)

Ein zentrales Merkmal von Creative Commons (CC) Lizenzen ist ihr modularer Aufbau in Form des sogenannten Drei-Schichten-Modells (Three-Layer Architecture). Dieses Modell stellt sicher, dass die Lizenzen sowohl rechtlich abgesichert als auch für Menschen leicht verständlich und für Maschinen lesbar sind.

Die unterste Schicht bildet der Legal Code – der eigentliche Rechtstext. Er ist in präziser Juristensprache verfasst und enthält alle detaillierten Klauseln, Definitionen und gesetzlichen Feinheiten. Diese Schicht richtet sich an Juristinnen, Juristen und Gerichte, um im Falle eines Rechtsstreits ein wasserdichtes Fundament zu bieten.

Darüber liegt die menschenlesbare Schicht (Human Readable / License Deed). Sie übersetzt den komplexen Rechtstext in eine einfache, für jeden verständliche Alltagssprache. Unterstützt durch die bekannten CC-Piktogramme (wie BY, SA, NC oder ND) sehen Lehrende, Lernende und Creators auf einen Blick, welche Rechte und Pflichten mit einem Material verbunden sind, ohne dafür Gesetzestexte studieren zu müssen.

Die dritte Schicht ist die maschinenlesbare Schicht (Machine Readable). Hierbei handelt es sich um digitale Metadaten, die direkt in Webseiten oder Dateien eingebettet werden. Sie ermöglichen es Suchmaschinen, Plattformen und Software, lizenzierte Inhalte automatisch zu erkennen und zu verarbeiten. Dadurch können Nutzende im Netz gezielt nach frei verwendbaren OER-Materialien filtern.
Im pädagogischen Alltag müssen Sie also kein Rechtsexperte sein: Der Human Readable Layer gibt Ihnen schnelle Orientierung, der Legal Code sichert Sie rechtlich ab und der Machine Readable Layer sorgt dafür, dass Ihre eigenen Bildungsressourcen im Internet überhaupt gefunden werden.
Metadaten
An dieser Stelle kommen auch Metadaten ins Spiel: Sie bilden das unsichtbare Bindeglied zwischen dem Erstellen und Teilen von OER und deren Auffindbarkeit durch Lernende und Lehrende.
Metadaten sind vereinfacht gesagt „Daten über Daten“. Im Kontext von OER umfassen sie Informationen wie den Titel, die Autor:innen, das Fachgebiet, die Zielgruppe, das Erstellungsdatum und allen voran die gewählte CC-Lizenz. Durch die maschinenlesbare Strukturierung dieser Informationen können Suchmaschinen, Datenbanken und OER-Repositorien Materialien automatisiert indizieren und kategorisieren.
Die Relevanz von Metadaten lässt sich vor allem an drei zentralen Punkten festmachen:
Zum einen sichern sie die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit (Findability): Gute Metadaten sorgen dafür, dass OER nicht in den Weiten des Internets untergehen. Wenn Sie ein Arbeitsblatt als OER veröffentlichen, können Suchmaschinen wie Google oder Referatorien (z. B. wirlernenonline.de) dank der Metadaten genau erkennen, dass es sich um ein freies Bildungsmaterial handelt und für welche Alters- oder Schulstufe es geeignet ist. Zum anderen ermöglichen sie automatisierte Lizenzverarbeitung: Durch standardisierte Lizenz-Metadaten (wie CC REL) können digitale Werkzeuge genau auslesen, unter welchen Bedingungen ein Werk genutzt werden darf. Das ermöglicht es Nutzer:innen, in Suchmaschinen direkt nach Inhalten zu filtern, die beispielsweise „kommerziell nutzbar“ oder „bearbeitbar“ sind. Schließlich gewährleisten Metadaten die Interoperabilität und Vernetzung: Standardisierte Metadaten erlauben es verschiedenen Bildungssystemen und Plattformen, miteinander zu kommunizieren. Ein Material, das auf einer lokalen Hochschulplattform hochgeladen wird, kann über Schnittstellen automatisch in überregionalen OER-Portalen sichtbar gemacht werden, ohne dass es manuell neu erfasst werden muss.
Die Vorgehensweise für das Hinterlegen der Lizenz sehen Sie nachfolgend beispielhaft an diesem H5P (Hochwasser in Passau am 17.09.2024 und 21.09.2024):
Befindet man sich im H5P-Bearbeitungsmodus, findet man ganz oben in der ersten Zeile, neben der Überschrift „Titel“, den Button „Metadaten“. Klickt man auf diesen, erscheint ein Bearbeitungsfenster. Im Dropdown-Menü „License“ kann eine Lizenz ausgewählt werden. Danach muss ein Autor definiert werden.
Der User kann dann im Frontend diese Metadaten einsehen, indem er in einem eingebetteten H5P unten links auf „Rights of use“ klickt. Ebenso können die Metadaten maschinell ausgelesen werden.
Antworten